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Stephan Wäsche
Stephan Wäsche @stephan · 30.09.2026

Berlin-Marathon bekommt neuen Namen: Generali folgt auf BMW

Der Berlin-Marathon bekommt mit Generali einen neuen Titelsponsor. Nach 16 Jahren endet die BMW-Ära. Die Premiere unter neuem Namen findet 2027 statt.

Berlin-Marathon: Generali löst BMW als Titelsponsor ab
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BMW verschwindet aus dem Namen des Berlin-Marathons. Nach 16 Jahren übernimmt der Versicherer Generali die Titelpartnerschaft des Traditionsrennens. Die Vereinbarung gilt seit dem 1. Oktober 2026, erstmals ausgetragen wird der Generali Berlin-Marathon am 26. September 2027. Veranstalter SCC EVENTS GmbH stellte den neuen Namensgeber am Brandenburger Tor vor – nur vier Tage nach der jüngsten Ausgabe des Rennens.

Für den Berliner Laufsport ist es ein Wechsel an prominenter Stelle, allerdings kein Einstieg eines Unbekannten. Generali gehört seit 2017 zu den Partnern des Marathons und hat sein Engagement seither mehrfach erweitert. Bereits der Berliner Halbmarathon trägt den Namen des Unternehmens. Nun erhält der Versicherer auch bei der international bekanntesten Laufveranstaltung der Hauptstadt die sichtbarste Sponsorenrolle.

Parallel zum Namenswechsel hat SCC EVENTS die Fernsehübertragung für die nächsten Jahre vereinbart. RTL Deutschland verlängert seine Zusammenarbeit mit dem Veranstalter bis einschließlich 2029. Während an die Stelle von BMW ein neuer Titelpartner tritt, bleibt das Rennen damit bei seinem bisherigen TV-Partner.

BMW prägte den Marathon seit 2011

Die Verbindung zwischen BMW und dem Berlin-Marathon begann noch vor der ersten Austragung unter dem gemeinsamen Namen. 2010 war der Automobilhersteller bereits Fahrzeugpartner, im Oktober desselben Jahres kündigte er die Übernahme des Titelsponsorings für 2011 an. Berlin sollte zum wichtigsten Schauplatz eines erweiterten Engagements im deutschen Laufsport werden. Zum Konzept gehörten neben der Präsenz im Veranstaltungsnamen auch Werbeflächen im Start- und Zielbereich sowie Fahrzeuge für Organisation und Streckenbetrieb.

Wie eng diese Zusammenarbeit bis zuletzt war, zeigte sich beim Marathon am 27. September 2026. BMW stellte nach eigenen Angaben 60 Strecken- und Organisationsfahrzeuge bereit, außerdem 14 Motorräder und zwei E-Scooter. Als Führungsfahrzeug für das Spitzenfeld der Männer war der neue vollelektrische BMW i3 vorgesehen. Das Rennen diente dem Hersteller damit auch als Gelegenheit, ein neues Modell öffentlich zu präsentieren.

Mit dem Sponsorwechsel endet zunächst diese langjährige Verbindung im Veranstaltungsnamen. Auf der bisherigen Marathonwebsite bedankt sich SCC EVENTS ausdrücklich für 16 gemeinsame Jahre. Welche Überlegungen zur Ablösung von BMW geführt haben und wie hoch die Zahlungen des neuen Titelpartners ausfallen, erläutern die veröffentlichten Mitteilungen nicht. Auch zur Laufzeit der Generali-Titelpartnerschaft werden dort keine konkreten Angaben gemacht.

Generali rückt vom Co-Sponsor zum Namensgeber auf

Die Entwicklung lässt sich über mehrere Stationen nachvollziehen. Seit 2017 unterstützt Generali den Berlin-Marathon. Einen größeren Schritt kündigte das Unternehmen im August 2024 an: Zum 50-jährigen Jubiläum des Rennens wurde der Versicherer offizieller Co-Sponsor und verlängerte die bestehende Zusammenarbeit bis 2026. Gleichzeitig übernahm er die Titelpartnerschaft des Generali 5K und wurde Partner des Mini-Marathons für Schülerinnen und Schüler.

Damit war Generali schon vor dem aktuellen Wechsel über mehrere Wettbewerbe hinweg präsent. Der Fünf-Kilometer-Lauf richtete sich an ein anderes Teilnehmerfeld als die klassische Marathondistanz, der Mini-Marathon an den Nachwuchs. Seit 2019 trägt zudem der Berliner Halbmarathon den Namen des Versicherers. Die neue Vereinbarung führt diese Zusammenarbeit nun beim größten Berliner Straßenlauf zusammen, ohne die einzelnen Veranstaltungen miteinander zu verschmelzen.

„Unsere Partnerschaft ist über viele Jahre gewachsen“, erklärte SCC-Geschäftsführer Jürgen Lock zur Bekanntgabe. Er verwies auf das Vertrauen, das durch die gemeinsamen Veranstaltungen entstanden sei. Der neue Titelpartner kommt somit aus dem bestehenden Kreis der Unterstützer; aus der bisherigen Beteiligung am Marathon wird die Namenspartnerschaft.

Der Unterschied ist erheblich: Generali steht künftig nicht mehr nur neben dem Rennen, sondern in dessen offizieller Bezeichnung. Auf der bereits umgestellten Veranstaltungswebsite ist dieser Schritt vollzogen. Dort werden die Informationen für September 2027 unter dem neuen Namen veröffentlicht, während die zurückliegende Ausgabe weiterhin als BMW Berlin-Marathon dokumentiert bleibt.

Berlin-Marathon - Altes Neues Logo

Der Versicherer verbindet das Engagement mit Gesundheit und Bewegung

Generali stellt bei der neuen Partnerschaft vor allem sein Engagement für einen aktiven Lebensstil heraus. „Deutschland braucht mehr Bewegung“, erklärte Deutschlandchef Stefan Lehmann in der Unternehmensmitteilung. Der Marathon soll innerhalb der Sportförderung des Versicherers eine zentrale Rolle übernehmen. Generali will dabei Spitzen- und Breitensport mit sozialen Initiativen verbinden.

Dieser Ansatz reicht über die Berliner Veranstaltungen hinaus. Unter der seit 2016 bestehenden Initiative „Generali bewegt Deutschland“ unterstützt das Unternehmen den Laufsport, unter anderem als Titelsponsor des Köln-Marathons. Weitere Partnerschaften bestehen im Tennis sowie über die Deutsche Sporthilfe. Die Berliner Namensrechte erweitern damit ein bereits bestehendes Sportprogramm, statt ein eigenständiges Sponsoringprojekt ohne Verbindung zu anderen Aktivitäten zu bilden.

Zum Auftakt in Berlin kündigte Generali außerdem eine Unterstützung über die konzernverbundene Stiftung The Human Safety Net an. Im Rahmen der Veranstaltung sollten Laufschuhe für benachteiligte Kinder an die Berliner Caritas gespendet werden. Damit ergänzte das Unternehmen die Präsentation des neuen Namens um eine konkrete soziale Aktion.

Die Partnerschaft bleibt zugleich ein Instrument der Markenkommunikation. Generali erhält zusätzliche Sichtbarkeit in einem Umfeld, das das Unternehmen mit Gesundheit, persönlicher Entwicklung und gemeinschaftlichem Sport verbinden will. Auch der Tagesspiegel ordnet den Ausbau des Engagements als Möglichkeit ein, die Bekanntheit und Wahrnehmung der Marke zu stärken.

Eine Veranstaltung mit mehr als einem halben Jahrhundert Geschichte

Der Name des Sponsors wechselt, die Geschichte des Rennens reicht jedoch weit über beide Unternehmen hinaus. 1974 organisierte eine LaufgruppeGlossar: Ein Lauftreff ist eine regelmäßig zusammenkommende Laufgruppe, die gemeinsames Training für unterschiedliche Leistungsniveaus und Ziele ermöglicht. aus dem Umfeld des SC Charlottenburg den ersten Berlin-Marathon. Damals führte die Strecke durch den Grunewald. Erst 1981 zog die Veranstaltung in die West-Berliner Innenstadt um und entwickelte sich zu einem großen Stadtmarathon.

Einen besonders eindrücklichen Moment erlebte das Rennen am 30. September 1990. Drei Tage vor der deutschen Wiedervereinigung führte die Strecke durch das Brandenburger Tor und durch beide Teile Berlins. Das Wahrzeichen wurde zu einem festen Bestandteil der Marathonbilder. Seit der Streckenänderung von 2003 passieren die Läuferinnen und Läufer das Tor kurz vor dem Ziel.

Auch die Rekordgeschichte prägte den internationalen Ruf. Dennis Kimetto lief 2014 in Berlin als erster Mensch einen offiziellen Marathon unter 2:03 Stunden. Eliud Kipchoge verbesserte den damaligen Weltrekord 2022 auf 2:01:09 Stunden. Ein Jahr später stellte Tigst Assefa mit 2:11:53 Stunden einen damaligen Frauen-Weltrekord auf. Diese Leistungen gehören ebenso zur jüngeren Geschichte der Veranstaltung wie die wachsenden Teilnehmerfelder.

Insgesamt wurden auf der Berliner Strecke bislang 13 Marathon-Weltrekorde erzielt. Das Rennen gehört zu den Abbott World Marathon Majors und verbindet damit internationale Spitzenkonkurrenz mit einem der größten Breitensportfelder des Landes. Diese sportliche Stellung besteht unabhängig vom Wechsel des Namensgebers fort.

Zehntausende auf der Strecke, wirtschaftliche Bedeutung für die Stadt

Welche Größenordnung Generali mit der Titelpartnerschaft erreicht, verdeutlicht die jüngste Ausgabe. Rund 56.000 Läuferinnen und Läufer waren beim Marathon am 27. September 2026 dabei. Zusammen mit den weiteren Wettbewerben des Wochenendes beteiligten sich nach den veröffentlichten Veranstalterangaben mehr als 86.000 Menschen aus 162 Nationen. Die größere Zahl bezieht sich damit ausdrücklich auf das gesamte Veranstaltungswochenende, nicht allein auf den Marathonlauf.

Die wirtschaftliche Wirkung reicht entsprechend über den Veranstalter hinaus. Für die Jubiläumsausgabe 2024 errechnete Nielsen Sports eine gesamte wirtschaftliche Wertschöpfung von 469,4 Millionen Euro. Der von SCC EVENTS und der Berliner Sportverwaltung herausgegebene Evaluationsbericht unterscheidet dabei zwischen 142,7 Millionen Euro direkter und 326,7 Millionen Euro induzierter Wertschöpfung. Letztere umfasst weitere wirtschaftliche Effekte, die durch die erhöhte Kaufkraft in der Region entstehen.

Besonders deutlich wird der Einfluss bei den Übernachtungen. Der Bericht ordnet der Hotellerie einen Wertschöpfungsbeitrag von rund 80,9 Millionen Euro zu, der Gastronomie etwa 16,8 Millionen Euro. Hinzu kommen Einkäufe, touristische Aktivitäten und Transportleistungen. Die Zahlen beziehen sich auf die Veranstaltung 2024 und die Methodik der Untersuchung; sie sind weder Einnahmen von SCC EVENTS noch der Wert des neuen Sponsorenvertrags.

Für den Titelpartner bedeutet das eine Präsenz bei einem Ereignis, das nicht auf die Stunden zwischen Start und Ziel beschränkt ist. Die Reise nach Berlin, die Begleitung durch Angehörige und das gesamte Veranstaltungswochenende gehören ebenso dazu. Gerade diese Verbindung von Sportereignis und mehrtägigem Stadtbesuch wird in der Untersuchung sichtbar.

RTL verlängert – mit deutlichem Zuwachs beim jungen Publikum

Neben dem neuen Namensgeber ist die verlängerte Fernsehpartnerschaft die zweite wesentliche Nachricht für die kommenden Ausgaben. RTL Deutschland und SCC EVENTS setzen ihre Zusammenarbeit für weitere drei Jahre fort. Bis einschließlich 2029 wird der Berlin-Marathon weiterhin live im frei empfangbaren Fernsehen bei RTL sowie bei RTL+ übertragen.

Der Sender verweist dabei auf die Entwicklung seiner Zuschauerzahlen. RTL-Inhaltechefin Inga Leschek erklärte zur Verlängerung, die Übertragung habe in mehreren Zielgruppen neue Bestwerte erreicht. Die jüngsten Quotendaten zeigen allerdings ein differenziertes Bild: Besonders beim jüngeren Publikum gewann das Rennen an Bedeutung, während die Gesamtzuschauerzahl unter dem Wert der Jubiläumsausgabe 2024 blieb.

Nach Angaben des Branchenportals Quotenmeter verfolgten am 27. September 2026 durchschnittlich 360.000 Menschen die Übertragung ab 8 Uhr. Der Marktanteil beim Gesamtpublikum lag bei 6,2 Prozent. Unter den 14- bis 49-Jährigen erreichte RTL 13 Prozent – nach 6,8 Prozent im Jahr 2024 und 7,4 Prozent im Jahr 2025. Die durchschnittliche Gesamtzahl der Zuschauer lag 2024 allerdings noch bei 450.000.

Die Verlängerung hält den Marathon damit auch nach der Umbenennung im bisherigen Fernsehprogramm. Für die Zuschauer ist der Wechsel zum Generali Berlin-Marathon nicht mit einem Wechsel zu einem anderen Sender verbunden.

Die erste Ausgabe unter neuem Namen wird bereits vorbereitet

Die Präsentation am Brandenburger Tor fiel mit dem Beginn der Registrierung für 2027 zusammen. Begleitet wurde sie von einem Registration Run. Nach Angaben von RTL war der auf 500 Teilnehmer ausgelegte Lauf bereits ausverkauft; für die Teilnehmenden war damit ein garantierter Marathonstartplatz für das kommende Jahr verbunden.

Für die reguläre Startplatzverlosung läuft die Registrierung bis zum 12. November 2026. Die Ergebnisse sollen am 3. Dezember mitgeteilt werden. Der veröffentlichte Teilnahmebeitrag beträgt 215 Euro und wird bei erfolgreicher Zuteilung eines Startplatzes abgebucht. Damit stehen die ersten organisatorischen Eckdaten für den Marathon am 26. September 2027 bereits fest.

Der Übergang lässt sich inzwischen auf zwei Veranstaltungsseiten verfolgen: Die bisherige Website erinnert an die Jahre mit BMW, die neue begrüßt Generali. Dazwischen liegt keine neue Marathonveranstaltung, sondern ein Wechsel des Namensgebers. Das Rennen, dessen Geschichte 1974 im Grunewald begann, geht 2027 mit einem anderen Unternehmensnamen in seine nächste Ausgabe.

Einzelnachweise

  • SCC EVENTS, 1. Oktober 2026: Bekanntgabe der neuen Titelpartnerschaft mit Generali und des Veranstaltungstermins 2027.
  • Generali Deutschland, 13. August 2024 und 1. Oktober 2026: Unternehmensmitteilungen zum Aufstieg zum Co-Sponsor und zur anschließenden Übernahme der Titelpartnerschaft.
  • BMW Group, 18. Oktober 2010 und 25. September 2026: Mitteilungen zum Beginn des Titelsponsorings und zum Fahrzeugeinsatz bei der jüngsten Ausgabe.
  • RTL Deutschland und Quotenmeter, 1. Oktober 2026: Vertragsverlängerung bis 2029 und Einordnung der Zuschauerzahlen.
  • SCC EVENTS und Senatsverwaltung für Inneres und Sport, 2025: Evaluation BMW BERLIN-MARATHON 2024, auf Grundlage der Untersuchung von Nielsen Sports.
  • Titelbild: BWM Berlin Marathon 2026 – © Stephan Wäsche
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