Kurz erklärt
Überpronation (Hyperpronation) bezeichnet ein übermäßiges Einknicken des Fußes nach innen beim Aufsetzen, wodurch Gelenke und Muskulatur stärker belastet werden können
Herkunft des Begriffs
lateinisch „pronare“ (vorwärts neigen)
Weitere Informationen
Synonyme: Hyperpronation
Als Überpronation (Hyperpronation) wird eine PronationsbewegungGlossar: Pronation bezeichnet die natürliche Einwärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stöße dämpft und den Körper beim Laufen und Gehen gut stabilisiert. des Fußes bezeichnet, die im Verhältnis zum individuellen Bewegungsablauf besonders stark ausgeprägt ist, sehr schnell erfolgt oder während der Standphase ungewöhnlich lange anhält. Dabei bewegt sich der Fuß nach dem Bodenkontakt verstärkt in eine Kombination aus Eversion, Abduktion und Dorsalflexion. Häufig senkt sich gleichzeitig das mediale Längsgewölbe ab und der Unterschenkel rotiert nach innen.
Überpronation ist keine einheitlich definierte medizinische Diagnose. Es existiert kein allgemeingültiger Grenzwert, ab dem eine normale PronationsbewegungGlossar: Pronation bezeichnet die natürliche Einwärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stöße dämpft und den Körper beim Laufen und Gehen gut stabilisiert. als übermäßig einzustufen ist. Die Beurteilung hängt daher nicht allein vom sichtbaren Einknicken des Fußes ab, sondern vom gesamten Bewegungsablauf, den auftretenden Belastungen und möglichen Beschwerden.
Eine ausgeprägte PronationsbewegungGlossar: Pronation bezeichnet die natürliche Einwärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stöße dämpft und den Körper beim Laufen und Gehen gut stabilisiert. kann vollständig beschwerdefrei bleiben. Sie ist deshalb nicht grundsätzlich als behandlungsbedürftige Fehlstellung zu bewerten.
Abgrenzung zur normalen Pronation
PronationGlossar: Pronation bezeichnet die natürliche Einwärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stöße dämpft und den Körper beim Laufen und Gehen gut stabilisiert. ist ein natürlicher Bestandteil des Geh- und Laufzyklus. Nach dem Bodenkontakt wird der Fuß vorübergehend beweglicher und passt sich an den Untergrund an. Dabei werden Belastungen auf verschiedene Strukturen verteilt.
Von einer Überpronation wird gesprochen, wenn diese Bewegung im Verhältnis zur individuellen Anatomie und Belastbarkeit als besonders ausgeprägt oder zeitlich verzögert beurteilt wird. Entscheidend ist nicht ausschließlich der maximale Bewegungswinkel. Auch die Geschwindigkeit, der Zeitpunkt und die Dauer der Bewegung können eine Rolle spielen.
Eine mögliche Überpronation kann sich beispielsweise durch folgende Merkmale zeigen:
- starke Eversion des Rückfußes,
- deutliches Absinken des medialen Längsgewölbes,
- ausgeprägte Abduktion des Vorfußes,
- verstärkte Innenrotation des Unterschenkels,
- verzögerter Übergang zur SupinationGlossar: Supination bezeichnet die natürliche Auswärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stabilität gibt und den Abdruck beim Gehen und Laufen unterstützt.,
- geringe Stabilisierung des Fußes vor der Abdruckphase.
Nicht jedes dieser Merkmale muss gleichzeitig auftreten. Die Bewegungsmuster können sich zwischen einzelnen Personen deutlich unterscheiden.
Anatomische Grundlagen
Die PronationsbewegungGlossar: Pronation bezeichnet die natürliche Einwärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stöße dämpft und den Körper beim Laufen und Gehen gut stabilisiert. entsteht durch das Zusammenspiel mehrerer Gelenke und Fußsegmente. Besonders beteiligt sind das untere Sprunggelenk, das Talonavikulargelenk, das Kalkaneokuboidgelenk sowie die Gelenke des Mittel- und Vorfußes.
Bei einer ausgeprägten PronationsbewegungGlossar: Pronation bezeichnet die natürliche Einwärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stöße dämpft und den Körper beim Laufen und Gehen gut stabilisiert. können folgende Teilbewegungen verstärkt auftreten:
- Eversion des Fersenbeins,
- Absenkung des Sprungbeins,
- Innenrotation des Unterschenkels,
- Abflachung des Fußlängsgewölbes,
- Aufspreizung des Vorfußes,
- veränderte Bewegungen zwischen Rück-, Mittel- und Vorfuß.
Untersuchungen zeigen, dass Personen mit asymptomatisch überpronierten Füßen andere Bewegungsmuster einzelner Fußsegmente und teilweise Unterschiede in der Morphologie der intrinsischen Fußmuskulatur aufweisen können. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass diese Unterschiede zwangsläufig Beschwerden verursachen.

Bedeutung im Laufsport
Beim Laufen findet die stärkste PronationsbewegungGlossar: Pronation bezeichnet die natürliche Einwärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stöße dämpft und den Körper beim Laufen und Gehen gut stabilisiert. üblicherweise während der frühen bis mittleren Standphase statt. Anschließend sollte sich der Fuß zunehmend stabilisieren und in Richtung SupinationGlossar: Supination bezeichnet die natürliche Auswärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stabilität gibt und den Abdruck beim Gehen und Laufen unterstützt. bewegen. Dadurch entsteht ein festerer Hebel für den Abdruck.
Bei einer lange anhaltenden Überpronation kann diese Stabilisierung verzögert sein. Dadurch können sich die Bewegungen und Belastungen in weiteren Abschnitten der unteren Extremität verändern. Betroffen sein können unter anderem:
- Fuß und Sprunggelenk,
- Achillessehne,
- Unterschenkel,
- Kniegelenk,
- Hüfte,
- Becken.
Die Bewegungen des Fußes und des Unterschenkels sind mechanisch gekoppelt. Eine verstärkte PronationsbewegungGlossar: Pronation bezeichnet die natürliche Einwärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stöße dämpft und den Körper beim Laufen und Gehen gut stabilisiert. kann deshalb mit einer stärkeren Innenrotation des Schienbeins verbunden sein. Aus dieser biomechanischen Verbindung ergibt sich jedoch nicht automatisch eine Verletzung.
Überpronation und Fußform
Überpronation wird häufig mit einem Senkfuß, Plattfuß oder Knick-Senkfuß gleichgesetzt. Diese Begriffe beschreiben jedoch unterschiedliche Eigenschaften.
- Überpronation bezeichnet einen dynamischen Bewegungsablauf.
- Senkfuß bezeichnet ein abgesenktes Längsgewölbe.
- Plattfuß bezeichnet eine stärker ausgeprägte Abflachung des Fußgewölbes.
- Knickfuß beschreibt eine nach außen gerichtete Stellung des Fersenbeins.
- Knick-Senkfuß verbindet mehrere dieser statischen Merkmale.
Eine im Stand proniert erscheinende Fußhaltung kann mit einer ausgeprägten dynamischen PronationGlossar: Pronation bezeichnet die natürliche Einwärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stöße dämpft und den Körper beim Laufen und Gehen gut stabilisiert. verbunden sein, muss dies jedoch nicht. Umgekehrt kann ein statisch weitgehend neutral wirkender Fuß während des Laufens deutlich pronieren.
Statische Fußhaltung und dynamische Bewegung dürfen daher nicht gleichgesetzt werden.
Mögliche Ursachen und Einflussfaktoren
Eine ausgeprägte PronationsbewegungGlossar: Pronation bezeichnet die natürliche Einwärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stöße dämpft und den Körper beim Laufen und Gehen gut stabilisiert. kann durch anatomische, muskuläre und belastungsabhängige Faktoren beeinflusst werden.
Zu den möglichen Einflussfaktoren zählen:
- geringe Stabilität des medialen Fußgewölbes,
- erhöhte Beweglichkeit des Mittel- oder Rückfußes,
- Stellung des Fersenbeins,
- eingeschränkte Beweglichkeit des oberen Sprunggelenks,
- verminderte Kraft der Fußmuskulatur,
- reduzierte Funktion des Musculus tibialis posterior,
- eingeschränkte Kontrolle von Knie und Hüfte,
- Beinachsenstellung,
- Ermüdung,
- Laufgeschwindigkeit,
- Untergrund,
- Laufschuhkonstruktion,
- frühere Verletzungen.
Auch eine eingeschränkte Dorsalflexion im oberen Sprunggelenk kann Ausweichbewegungen begünstigen. Wird das Knie während der Standphase nicht ausreichend über den Fuß geführt, kann eine verstärkte Bewegung in anderen Gelenken auftreten.
Einfluss von Ermüdung
Mit zunehmender Ermüdung können sich Fußhaltung, Muskelaktivität und Bewegungskontrolle verändern. Besonders bei längeren Läufen kann das Fußgewölbe vorübergehend absinken oder die PronationsbewegungGlossar: Pronation bezeichnet die natürliche Einwärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stöße dämpft und den Körper beim Laufen und Gehen gut stabilisiert. stärker ausgeprägt sein.
Dies bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine strukturelle Überpronation vorliegt. Veränderungen nach längerer Belastung können auch eine zeitweilige Reaktion auf muskuläre Ermüdung darstellen.
Die Beurteilung sollte deshalb berücksichtigen, ob ein Bewegungsmuster bereits zu Beginn einer Belastung auftritt oder sich erst nach längerer Laufdauer entwickelt.
Mögliche Beschwerden
Überpronation wird häufig mit verschiedenen Überlastungsbeschwerden in Verbindung gebracht. Dazu zählen unter anderem:
- mediales Schienbeinkantensyndrom,
- Achillessehnenbeschwerden,
- Plantarfasziitis,
- Beschwerden am Musculus tibialis posterior,
- patellofemorale Schmerzen,
- Beschwerden an der Innenseite des Knies,
- Überlastungen im Bereich des Fußgewölbes,
- Schmerzen an der Innenseite des Sprunggelenks.
Ein direkter ursächlicher Zusammenhang lässt sich jedoch nicht für alle Beschwerdebilder nachweisen. Laufverletzungen entstehen in der Regel durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren.
Eine ausgeprägte PronationsbewegungGlossar: Pronation bezeichnet die natürliche Einwärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stöße dämpft und den Körper beim Laufen und Gehen gut stabilisiert. kann daher einen möglichen Teilfaktor darstellen, ist aber nur selten die alleinige Ursache einer Verletzung.
Zusammenhang mit Laufverletzungen
Die wissenschaftliche Datenlage zum Verletzungsrisiko bei pronierter Fußhaltung ist uneinheitlich.
Eine große prospektive Untersuchung mit Laufanfängern zeigte, dass eine moderate pronierte Fußhaltung beim Laufen in neutralen Schuhen nicht mit einem allgemein erhöhten Verletzungsrisiko verbunden war. Die Ergebnisse widersprechen damit der früher weit verbreiteten Annahme, dass jede sichtbare PronationGlossar: Pronation bezeichnet die natürliche Einwärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stöße dämpft und den Körper beim Laufen und Gehen gut stabilisiert. automatisch einen wesentlichen Verletzungsfaktor darstellt.
Andere Untersuchungen fanden dagegen bei stark ausgeprägten Fußhaltungen oder bestimmten Verletzungsarten mögliche Zusammenhänge. Eine Fall-Kontroll-Studie beobachtete eine erhöhte Verletzungswahrscheinlichkeit bei stark pronierter und stark supinierter Fußhaltung. Aufgrund des Studiendesigns kann daraus jedoch keine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung abgeleitet werden.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass zwischen moderater PronationGlossar: Pronation bezeichnet die natürliche Einwärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stöße dämpft und den Körper beim Laufen und Gehen gut stabilisiert., stark ausgeprägter Fußhaltung und symptomatischer Überpronation unterschieden werden muss.
Beurteilung
Eine Überpronation sollte nicht ausschließlich anhand einer einzelnen Ansicht oder eines statischen Fußabdrucks beurteilt werden. Eine umfassende Analyse berücksichtigt mehrere Faktoren.
Statische Untersuchung
Im Stand können unter anderem folgende Merkmale betrachtet werden:
- Stellung des Fersenbeins,
- Höhe des medialen Längsgewölbes,
- Ausrichtung des Vorfußes,
- Belastungsverteilung,
- Stellung von Knie und Beinachse.
Die statische Haltung liefert erste Hinweise, bildet den dynamischen Laufablauf jedoch nur eingeschränkt ab.
Foot Posture Index
Der Foot Posture Index, kurz FPI, ist ein standardisiertes klinisches Verfahren zur Einordnung der Fußhaltung. Dabei werden sechs Merkmale des Vor- und Rückfußes bewertet.
Das Ergebnis wird in verschiedene Kategorien eingeordnet:
- stark supiniert,
- supiniert,
- neutral,
- proniert,
- stark proniert.
Der Foot Posture Index beschreibt die Haltung im Stand. Eine Aussage über Geschwindigkeit und Dauer der PronationGlossar: Pronation bezeichnet die natürliche Einwärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stöße dämpft und den Körper beim Laufen und Gehen gut stabilisiert. während des Laufens ist damit nicht unmittelbar möglich.
Videoanalyse
Eine Videoanalyse ermöglicht eine zeitlich verlangsamte Betrachtung des Bewegungsablaufs. Dabei können unter anderem folgende Aspekte beurteilt werden:
- Stellung beim ersten Bodenkontakt,
- Ausmaß der Rückfußeversion,
- Zeitpunkt der maximalen PronationGlossar: Pronation bezeichnet die natürliche Einwärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stöße dämpft und den Körper beim Laufen und Gehen gut stabilisiert.,
- Dauer der PronationsbewegungGlossar: Pronation bezeichnet die natürliche Einwärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stöße dämpft und den Körper beim Laufen und Gehen gut stabilisiert.,
- Übergang in die Abdruckphase,
- Bewegungen von Knie und Hüfte.
Die alleinige Betrachtung der Ferse von hinten reicht für eine vollständige Beurteilung nicht aus.
Dreidimensionale Bewegungsanalyse
In spezialisierten Laboren können mehrere Fußsegmente mithilfe von Kamerasystemen getrennt erfasst werden. Dadurch lässt sich unterscheiden, welche Bewegungen im Rückfuß, Mittelfuß und Vorfuß auftreten.
Diese Methode ist genauer als eine einfache Videoanalyse, steht jedoch im normalen Laufalltag nur selten zur Verfügung.
Plantardruckmessung
Druckmessplatten oder sensorbestückte Einlegesohlen zeigen die Belastungsverteilung unter dem Fuß. Eine mediale Druckverlagerung kann Hinweise auf ein proniertes Belastungsmuster geben.
Die Druckverteilung ist jedoch nicht mit der Gelenkbewegung identisch. Beide Verfahren liefern unterschiedliche Informationen und sollten nicht verwechselt werden.
Laufschuhe
Zur Beeinflussung einer ausgeprägten PronationGlossar: Pronation bezeichnet die natürliche Einwärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stöße dämpft und den Körper beim Laufen und Gehen gut stabilisiert. werden häufig Stabilitäts- oder Motion-Control-Schuhe eingesetzt. Solche Modelle enthalten beispielsweise:
- festere Elemente an der medialen Zwischensohle,
- breitere Sohlenplattformen,
- seitliche Führungselemente,
- geometrisch stabilisierende Konstruktionen,
- steifere Fersenelemente.
Eine randomisierte Untersuchung zeigte bei Freizeitläufern ein geringeres allgemeines Verletzungsrisiko in Motion-Control-Schuhen, wobei in einer Untergruppenanalyse vor allem Personen mit pronierter Fußhaltung profitierten. Eine spätere Sekundäranalyse fand ein geringeres Risiko für als pronationsbezogen eingestufte Beschwerden, jedoch keinen eindeutigen Einfluss auf andere Laufverletzungen.
Diese Ergebnisse bedeuten nicht, dass jede Person mit sichtbarer PronationGlossar: Pronation bezeichnet die natürliche Einwärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stöße dämpft und den Körper beim Laufen und Gehen gut stabilisiert. einen Stabilitätsschuh benötigt. Die Wirkung kann von Modell, Komfort, Laufstil, Beschwerden und individuellem Bewegungsmuster abhängen.
Die Auswahl ausschließlich anhand eines statischen Fußabdrucks gilt als zu vereinfachend.
Einlagen
Einlagen können eingesetzt werden, um die Druckverteilung zu verändern, schmerzhafte Strukturen zu entlasten oder bestimmte Bewegungsanteile zu beeinflussen.
Mögliche Ziele einer Einlagenversorgung sind:
- Unterstützung des medialen Fußgewölbes,
- Reduzierung lokaler Druckspitzen,
- Entlastung des Musculus tibialis posterior,
- Veränderung der Rückfußbewegung,
- Verbesserung des subjektiven Komforts.
Eine Einlage muss die PronationsbewegungGlossar: Pronation bezeichnet die natürliche Einwärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stöße dämpft und den Körper beim Laufen und Gehen gut stabilisiert. nicht vollständig verhindern. Eine gewisse PronationGlossar: Pronation bezeichnet die natürliche Einwärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stöße dämpft und den Körper beim Laufen und Gehen gut stabilisiert. ist für die Anpassung des Fußes an den Untergrund erforderlich.
Die Versorgung sollte sich daher nicht allein an der sichtbaren Fußstellung, sondern an Beschwerden, Funktion und Belastungsverträglichkeit orientieren.
Training und Bewegungskontrolle
Bei einer symptomatischen Überpronation kann ein gezieltes Training der Fuß- und Beinmuskulatur sinnvoll sein.
Häufig berücksichtigt werden:
- kurze Fußmuskulatur,
- Musculus tibialis posterior,
- Wadenmuskulatur,
- Gesäßmuskulatur,
- Hüftabduktoren,
- Gleichgewicht,
- Koordination,
- einbeinige Stabilität,
- Beweglichkeit des Sprunggelenks.
Die PronationsbewegungGlossar: Pronation bezeichnet die natürliche Einwärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stöße dämpft und den Körper beim Laufen und Gehen gut stabilisiert. sollte dabei nicht vollständig unterdrückt werden. Ziel ist eine kontrollierte Bewegung, bei der der Fuß Belastungen aufnehmen und sich vor dem Abdruck ausreichend stabilisieren kann.
Wann eine Untersuchung sinnvoll ist
Eine sportmedizinische, physiotherapeutische oder orthopädische Untersuchung kann sinnvoll sein, wenn eine ausgeprägte PronationsbewegungGlossar: Pronation bezeichnet die natürliche Einwärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stöße dämpft und den Körper beim Laufen und Gehen gut stabilisiert. mit folgenden Beschwerden verbunden ist:
- wiederkehrende Schmerzen,
- zunehmende Beschwerden bei längeren Läufen,
- einseitig stark auffälliges Bewegungsmuster,
- wiederholte Verletzungen,
- Schwellungen an der Innenseite des Sprunggelenks,
- nachlassende Belastbarkeit,
- deutliche Veränderung der Fußstellung,
- Schwierigkeiten beim einbeinigen Zehenstand.
Eine symptomfreie Überpronation erfordert dagegen nicht automatisch eine Behandlung.
Häufige Missverständnisse
Überpronation ist immer eine Fehlstellung.
Eine ausgeprägte PronationsbewegungGlossar: Pronation bezeichnet die natürliche Einwärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stöße dämpft und den Körper beim Laufen und Gehen gut stabilisiert. kann Teil der individuellen Biomechanik sein und vollständig beschwerdefrei bleiben.
Jede Überpronation verursacht Verletzungen.
Die wissenschaftliche Datenlage unterstützt keinen allgemeinen direkten Zusammenhang. Verletzungen entstehen meist durch mehrere Belastungs- und Risikofaktoren.
Ein abgenutzter Innenrand der Schuhsohle beweist eine Überpronation.
Das Verschleißbild wird von Fußaufsatz, Untergrund, Schuhmaterial, Lauftechnik und zahlreichen weiteren Faktoren beeinflusst.
Ein Stabilitätsschuh ist bei Überpronation grundsätzlich erforderlich.
Die Eignung hängt von Komfort, Beschwerden, Bewegungsmuster und Schuhkonstruktion ab.
Überpronation muss vollständig verhindert werden.
PronationGlossar: Pronation bezeichnet die natürliche Einwärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stöße dämpft und den Körper beim Laufen und Gehen gut stabilisiert. ist eine notwendige Bewegung. Eine vollständige Blockierung kann die natürliche Anpassungsfähigkeit des Fußes beeinträchtigen.
Ein flaches Fußgewölbe bedeutet automatisch Überpronation.
Statische Fußform und dynamische Bewegung sind nicht identisch.
Verwandte Begriffe
- PronationGlossar: Pronation bezeichnet die natürliche Einwärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stöße dämpft und den Körper beim Laufen und Gehen gut stabilisiert.
- SupinationGlossar: Supination bezeichnet die natürliche Auswärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stabilität gibt und den Abdruck beim Gehen und Laufen unterstützt.
- UnterpronationGlossar: Unterpronation (Supination, Hypopronation) bezeichnet das geringe Einwärtsrollen des Fußes beim Aufsetzen, wodurch die natürliche Stoßdämpfung des Körpers eher eingeschränkt ist.
- Knick-Senkfuß
- Plattfuß
- Fußgewölbe
- Eversion
- Laufanalyse
- Foot Posture Index
- Stabilitätsschuh
- Motion-Control-Schuh
- Einlagen
- Musculus tibialis posterior
- Laufökonomie
Einzelnachweise
- Malisoux, L., Chambon, N., Delattre, N., Gueguen, N., Urhausen, A., & Theisen, D. (2016). Injury risk in runners using standard or motion control shoes: A randomised controlled trial with participant and assessor blinding. British Journal of Sports Medicine.
- Nielsen, R. O., Buist, I., Parner, E. T., Nohr, E. A., Sørensen, H., Lind, M., & Rasmussen, S. (2014). Foot pronationGlossar: Pronation bezeichnet die natürliche Einwärtsbewegung des Fußes beim Aufsetzen, die Stöße dämpft und den Körper beim Laufen und Gehen gut stabilisiert. is not associated with increased injury risk in novice runners wearing a neutral shoe: A one-year prospective cohort study. British Journal of Sports Medicine.
- Willems, T. M., Ley, C., Goetghebeur, E., Theisen, D., & Malisoux, L. (2021). Motion-control shoes reduce the risk of pronation-related pathologies in recreational runners: A secondary analysis of a randomized controlled trial. Journal of Orthopaedic & Sports Physical Therapy.
- Zhang, X., Aeles, J., & Vanwanseele, B. (2017). Comparison of foot muscle morphology and foot kinematics between recreational runners with normal feet and with asymptomatic over-pronated feet. Gait & Posture.
